Anlässlich der 600-Jahr-Feier im Jahr 1747 wurde das Welfenmünster im Stil des Barock neugestaltet. Als Bildprogramm gaben die Prämonstratenser Chorherren den beteiligten Künstlern vor allem Motive aus der Geschichte ihres Ordens und die Darstellung der Heiligen und Seligen des Ordens vor.
Insgesamt sind sechzehn heilige und selige Prämonstratenser, darunter eine Frau (die selige Gertrud), in Fresken und Altarbildern im Welfenmünster dargestellt. Der einzige von ihnen, der einen direkten Bezug zu Steingaden hat, ist der Sel. Abt Otheno von Rot, der zusammen mit Welf VI. das Kloster Steingaden gründete und es mit Prämonstratenser Chorherren aus Rot an der Rot besiedelte.
Die übrigen Heiligen der Prämonstratenser waren im Norden Deutschlands, in Frankreich, in den Niederlanden oder in Tschechien beheimatet. In Bayern und Schwaben konnten die Menschen, außer den Prämonstratenser Chorherren selbst, wohl schon zu Klosterzeiten kaum etwas mit ihnen anfangen.
Mehr als 200 Jahre nach der Auflösung des Klosters Steingaden in der Säkularisation, sind die dargestellten Heiligen des Prämonstratenserordens in unserer Region weitgehend in Vergessenheit geraten. Im Folgenden wollen wir sie wieder in Erinnerung rufen.
Der Hl. Norbert von Xanten, Gründer des Prämonstratenserordens, rückte in den vergangenen 15 Jahren allerdings bereits mehrfach in den Blick der Steingadener (z.B. durch drei Wallfahrten „auf den Spuren des Hl. Norbert“ und das große Freilichtspiel „Die Anstifter“). Dem Hl. Norbert von Xanten ist in dieser Reihe ein eigenes Kapitel gewidmet, zu dem sie HIER gelangen können.
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Die heiligen und seligen Prämonstratenser im Welfenmünster sind …:
… dreizehn vom Papst selig- oder heiliggesprochene (kanonisierte) Prämonstratenser, darunter eine Frau (Sel. Gertrud) und einer (Hl. Gerlach), der zwar nicht selbst dem Orden angehörte, von den Steingadener Prämonstratensern dennoch wie einer der ihren verehrt wurde:
… und zwei im Orden verehrte Heilige und Selige, die bisher nicht vom Papst kanonisiert wurden:
Eine Sonderstellung in der Verehrung der Steingadener Prämonstratenser nahmen die Märtyrer des Prämonstratenserordens ein, die in der Aufzählung oben mit roter Schrift gekennzeichnet sind. Ihnen ist im Welfenmünster ein eigener Seitenaltar, der Märtyreraltar (s.u.), gewidmet.
Drei der Märtyrer und die übrigen heiligen und seligen Prämonstratenser sind zudem in den Arkadenbildern auf der linken Seite und der rechten Seite oberhalb des Mittelschiffes im Welfenmünster dargestellt. Der Sel. Abt Otheno von Rot ist auf dem westlichen Deckenfresko über der Orgelempore dargestellt.
Hinweis: Die im Folgenden auszugsweise wiedergegebenen Informationen zu den kanonisierten Heiligen und Seligen des Prämonstratenser-Ordens sind zum größten Teil dem offiziellen Verzeichnis der Heilligen und Seligen des Prämonstratenser-Ordens entnommen, das der für Heilig- und Seligsprechungsprozesse zuständige Generalpostulator des Ordens im Jahr 2014 in Rom herausgegeben hat.
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Der Selige Otheno (auch „Odino“) von Rot
(+ 1182 in Mönchsroth – heute Rot an der Rot; Gedenktag: 2. Januar)
Erster Abt des Klosters Mönchsroth
Mitbegründer des Klosters Steingaden
Von Otheno ist uns nicht viel mehr bekannt, als dass er im Jahr 1140 der erste Abt des bereits im Jahr 1126 gegründeten Prämonstratenserklosters Mönchsroth wurde.
Otheno war ein Vertrauter von Welf VI., dem Schutzherrn (Vogt) des Klosters Mönchsroth. Vermutlich deshalb entsandte Otheno im Jahr 1147 Ordensleute seines Klosters in Mönchsroth zur Gründung des im gleichen Jahr von Welf VI. gestifteten Klosters nach Steingaden.
Einer der Ordensmänner, die Otheno von Mönchsroth nach Steingaden entsandte, war der Hl. Anselm von Rot. Er wurde der erste Probst des Klosters Steingaden. Auch von Anselm ist uns nicht viel überliefert. Im Ökumenischen Heiligenkalender heißt es über Anselm lediglich: „Unter seiner Leitung wurde das Stift mit Chorherren aus Rot besiedelt und erblühte als Hort strenger Lebensführung und hoher Gelehrsamkeit.“ Hans Pörnbacher schreibt in seinem Buch über Steingaden, das im Jahr 1997 anlässlich der 850-Jahr Feier des Klosters erschien, über Probst Anselm: „ … er kümmert sich um den Besitz des Klosters, vermeidet dabei allen Streit. Er stirbt im Ruf der Heiligkeit.“ Der Hl. Anselm von Rot gilt als nicht kanonisierter Heiliger und taucht in verschiedenen Heiligenverzeichnissen auf, manchmal auch unter dem Namen „Anselm von Steingaden“.
Dargestellt ist im Welfenmünster nur einer der beiden, der Sel. Abt Otheno von Rot, und auch der nur recht klein und unscheinbar. Wenn man weiß, wo man suchen muss (s.u.), findet man ihn im westlichen Deckenfresko (über der Orgelempore) im weißen Habit der Prämonstratenser, im Gespräch mit Welf VI. und dem Baumeister, die linke Hand auf einem Bild des Klosters Steingaden.
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Der Seitenaltar vorne rechts, am Übergang vom Mittelschiff zum Chorraum des Welfenmünsters, ist der Altar der Märtyrer des Prämonstratenserordens.
Sechs Märtyrer des Orden sind auf dem Altarprospekt des Märtyreraltars dargestellt (rechts oben neben dem Kruzifix beginnend – im Uhrzeitersinn):
Sel. Hroznata von Tepl + 14. Juli 1217
Hl. Elko von Lidlom + 22. März 1332
Hl. Jakob Lacoupe + 9. Juli 1572
Hl. Adrian Jansen + 9. Juli 1572
Hl. Ludolf + 29. März 1250
Sel. Petrus-Adrian + 13. Oktober 1793 (?)
Der sechste Märtyrers auf dem Bild gibt uns Rätsel auf. Die Bibel als Attribut in seiner Hand wäre ein Hinweis auf den Sel. Petrus-Adrian. Passt dessen Martyrium im Jahr 1793 noch zur Entstehungszeit des Bildes? Wir wissen es nicht.
Alternativ käme evtl. der Hl. Friedrich von Hradisco (+1336) als sechster der Märtyrer auf dem Bild in Frage. Einige Verzeichnisse nennen ihn als Märtyrer, geben aber sonst nicht viel über ihn her.
Alle auf dem Altarbild dargestellten Heiligen und Seligen tragen Palmzweige als Siegeszeichen in ihren Händen. Das kennzeichnet sie, nach ikonographischer Tradition, als Märtyrer des Glaubens. Gedenktag der Märtyrer ist jeweils ihr Todestag.
Der Sel. Hroznata (* um 1170) war ein reicher Adliger. Er versprach zunächst, am Kreuzzug teilzunehmen, stiftete dann aber stattdessen die Prämonstratenserabtei Tepl (Tschechien), in die er auch selbst als Ordensmann eintrat. Er setzte sich energisch für die Interessen, vor allem auch die wirtschaftlichen, des Klosters ein. Von Feinden der Abtei wurde er, vermutlich deshalb, gefangengenommen und in Hohenberg an der Eger eingekerkert. Sie wollten erst ein Lösegeld für ihn erpressen. Am Ende folterten sie den Hl. Hroznata und ließen ihn in seinem Kerker verhungern.
Der Hl. Elko von Lidlom war Abt des Klosters Mariadal in Lidlom (Niederlande). Er wurde von seinen eigenen Mitbrüdern erschlagen, weil er gegen deren Trinken und Fleischkonsum in der Fastenzeit protestierte.
Eine Kapsel mit Reliquien des Sel. Hroznata,
des Hl. Adrian Jansen und des Hl. Jakob Lacoupe wurde zur Altarweihe im Oktober 2019 in den Altarstein des neuen Hauptaltars im Welfenmünster eingemauert.

(Foto: Pfarrei Steingaden)
Der Sel. Petrus-Adrian (* 1757) fiel den Wirren der ersten Jahre nach der Französischen Revolution zum Opfer. Mit einer Lüge, oder wenigstens einer Aussageverweigerung, hätte er sich womöglich der Anklage wegen seines angeblichen Verstoßes gegen die Revolutionsverfassung entziehen können. Im Bewusstsein, dass er im Grunde nicht für sein angebliches Vergehen gegen die Zivilverfassung für den Klerus verfolgt wurde, sondern weil er katholischer Priester war, entschied er sich jedoch bei der Wahrheit zu bleiben. Dafür musste er unter der Guillotine sterben. Schon sehr bald begann seine Verehrung als „Märtyrer der Wahrheit“.
Den übrigen Heiligen und Seligen des Prämonstratenserordens ist im Welfenmünster jeweils eines der zehn Arkadenbilder gewidmet, die sich auf der linken Seite und der rechten Seite des Mittelschiffes über den Arkadenbögen befinden.
Die Heiligen der Arkadenbilder im Welfenmünster
Linke Seite im Mittelschiff, vorne beginnend:
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1. Der Hl. Siard (+1230; Gedenktag: 14. November)
Abt, Helfer der Armen, Friedenstifter
Der Hl. Siard stammte aus einer friesischen Adelsfamilie und studierte in der Klosterschule von Mariengaarde (dt.: Mariengarten; heutige Niederlande). Er trat dann auch selbst in das Kloster ein, wurde später dort Abt und führte sein Kloster in materieller und spiritueller Hinsicht zu neuer Größe.
Gerühmt wurde der Hl. Abt Siard vor allem wegen seiner Bescheidenheit, seiner Fürsorge für die Armen und seiner Fähigkeit, Frieden zu stiften.
Auf dem Arkadenbild im Welfenmünster ist der Hl. Siad als Abt dargestellt, der Brot an die Armen verteilt.
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2. Der Hl. Evermond (+1178; Gedenktag: 17. Februar)
Probst, Klostergründer, Bischof, Apostel der Wenden
Evermond schloss sich 1120 dem Hl. Norbert von Xanten an und wurde einer seiner treuesten Schüler. Der machte Evermond zum Probst in dem vom Hl. Norbert selbst im Jahr 1131 gegründeten Kloster Gottesgnaden. Später wurde Evermond Probst des Klosters in Magdeburg und gründete auch noch selbst vier neue Klöster .
Der Welfenherzog Heinrich der Löwe (ein Neffe unseres Welf VI.) ernannte Evermond zum ersten Bischof seines neu gegründeten Bistums Ratzeburg.
Bischof Evermond widmete sich unter anderem der Missionierung eines an der Elbe lebenden Stammes der Slawen (altertümlich für Slawen: „Wenden“). Deshalb wird er auch als „Apostel der Wenden“ bezeichnet.
Darauf bezieht sich vermutlich auch die im Arkadenbild dargestellte Legende. Durch Besprengen mit Weihwasser im Ostergottesdienst (Taufe?) befreit der Hl. Bischof Evermond im Dom von Ratzeburg Gefangene (Slawen?) von ihren Fesseln (des Unglaubens?).
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3. Der Hl. Adrian Jansen und der Hl. Jakop Lacoupe (+1572; Gedenktag: 9. Juli)
Adrian: Ordensmann, Pfarrer, Märtyrer
Jakob: Ordensmann, (Re-)Konvertit, Büßer, Märtyrer
Der Hl. Adrian (* 1529) trat in das Kloster Middelburg (Niederlande) ein und wirkte dort als Novizenmeister und Pfarrer. Im Jahr 1572, damals war Adrian 43 Jahre alt, ernannte ihn sein Abt zum Pfarrer von Monster.
Der Hl. Jakob (*1542) trat zunächst ebenfalls in das Kloster Middelburg ein, konvertierte aber mit 22 Jahren zur Reformation und wurde protestantischer Pfarrer. Nach seiner Rückkehr in die katholische Kirche und in sein Kloster absolvierte er eine fünfjährige Bußzeit, bevor sein Abt Jakob zum Kaplan von Monster ernannte.
Im Juli 1572, kurz nachdem die beiden in Monster angekommen waren, überfielen reformierte Anhänger Calvins (die „Geusen“) den Pfarrhof, verschleppten die beiden nach Gorkum, folterten sie dort auf grausamste Weise und richteten sie hin. Gemeinsam mit den beiden Prämonstratensern erlitten dort auch ein Dominikaner, elf Franziskaner, ein Augustiner und vier Weltpriester das Martyrium. Sie werden zusammen als „Märtyrer von Gorkum“ bezeichnet.
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4. Die Selige Gertrud von Altenberg (1227-1297; Gedenktag: 13. August)
Äbtissin, Weissagerin, Streitschlichterin, Friedenstifterin
Gertrud (1227-1297) war die Tochter der Hl. Elisabeth von Thüringen.
Wenige Wochen vor ihrer Geburt starb ihr Vater, der Landgraf Ludwig von Thüringen und Hessen auf einem Kreuzzug. Ihre Mutter verstarb als Gertrud vier Jahre alt war.
Die Hl. Elisabeth vertraute ihre Tochter schon als kleines Kind, im Alter von zwei Jahren, dem Prämonstratenserinnen-Stift im hessischen Altenberg (nahe Wetzlar) an, wo Gertrud später ins Kloster eintrat.
Im Alter von acht Jahren erlebte Gertrud die Heiligsprechung ihrer Mutter.
Mit einundzwanzig Jahren wurde sie Äbtissin des Klosters in Altenberg. Sie setzte ihr ererbtes Vermögen für den Ausbau des Klosters ein und kümmerte sich um die Not der Ärmsten.
Die selige Gertrud hatte die Gabe der Weissagung und vollbrachte wundersame Taten. Vor allem aber wurde sie für die Gabe gerühmt, Streit zu schlichten und verfeindete Menschen miteinander zu versöhnen. Darauf weisen der zahme Löwe zu ihren Füßen, der Soldat der die Waffen streckt und der fliehende Brandstifter hin, mit denen sie auf dem Arkadenbild im Welfenmünster dargestellt ist.
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5. Der Hl. Hermann-Joseph (1150-1241; Gedenktag: 21. Mai)
Marienverehrer, Mystiker
Der Hl. Hermann stammte aus Köln und trat vermutlich schon mit 12 Jahren in das Kloster Steinfeld in der Eifel ein.
In den Jahren nach seiner Priesterweihe entwickelte sich der von Krankheiten geplagte Hermann zum Mystiker, hatte Visionen und erlebte Ekstasen.
In einer mystischen Vermählung mit der Gottesmutter erhielt er den Beinamen „Joseph“.
Auf dem Arkadenbild im Welfenmünster ist der Hl. Hermann-Joseph in der mystischen Vermählung mit der Hl. Gottesmutter Maria dargestellt.
Die Heiligen der Arkadenbilder im Welfenmünster
Rechte Seite im Mittelschiff, vorne beginnend:
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1. Der Hl. Gilbert (1076-1152; Gedenktag: 6. Juni)
Ritter, Kreuzfahrer, Klostergründer, Abt
Gilbert stammte aus dem Hochadel der Auvergne in Frankreich und nahm am 2. Kreuzzug teil, ebenso wie der Stifter des Klosters Steingaden, Welf VI..
Nach seiner Rückkehr gründete Gilbert ein Prämonstratenser-Frauenkloster, dem seine Gemahlin Petronella vorstand und das Prämonstratenser-Herrenstift Neuffontaines, dessen Abt er selbst wurde.
Das von ihm am Kloster errichtete Hospital wurde wegen der Wunder, die sich dort ereigneten, schnell bekannt. Er selbst hatte die Gabe, durch Handauflegen – vor allem Kinder – zu heilen.
Im Arkadenbild ist der Hl. Gilbert dargestellt, wie er einen lahmen Knaben durch Handauflegen heilt.
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2. Der Hl. Gerlach von Valkenburg (ca. 1100-1174; Gedenktag: 5. Januar)
Ritter, Einsiedler
Der Hl. Gerlach gehörte selbst nicht dem Orden der Prämonstratenser an. Am Ort seines Lebens und Wirkens, in Valkenburg, wurde dennoch zu seiner Verehrung ein Prämonstratenser-Kloster gestiftet.
Gerlach war von adliger Herkunft und reiste als Ritter umher. Als er erfuhr, dass zu Hause seine Frau verstorben war, war er betrübt, dass er nicht bei ihr gewesen war, als sie starb. Er pilgerte nach Rom und bat den Papst um eine angemessene Buße. Der schickte ihn für sieben Jahre auf Pilgerschaft nach Jerusalem und riet ihm, nach seiner Rückkehr ein christliches Leben in Askese zu führen.
Gerlach verschenkte daraufhin all seine Besitztümer, ging nach Jerusalem und arbeitet dort im Krankenhaus und als einfacher Hirte. Zurückgekehrt, ließ er sich in der Nähe von Valkenburg als Einsiedler nieder.
Viele bewunderten ihn für seine Lebensweise. Andere hielten ihn für einen Scharlatan und verweigerten ihm in seinen letzten Stunden die Kommunion und die Krankensalbung. Daraufhin erschien ihm, nach der Lebende, der Hl. Bischof Servatius, der ihm die Sterbesakramente anbot. Darauf bezieht sich auch die Darstellung in dem Arkadenbild im Welfenmünster.
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3. Der Hl. Ludolf von Ratzeburg (+1250; Gedenktag: 26. April)
Bischof, Märtyrer
Ludolf war Prämonstratenser und lebte mit seinen Mitbrüdern ein sehr strenges Klosterleben. 1236 wurde er Bischof von Ratzeburg und war im Jahr darauf beteiligt an der Gründung eines Benediktinerinnenklosters.
Als er sich im Jahr 1247 gegen den Herzog von Sachsen-Lauenburg zur Wehr setzte, um die Enteignung des Klostergutes durch den Herzog zu verhindern, wurde er gefangengenommen, gefoltert und erst nach langer Haft wieder freigelassen.
Kurz nach seiner Freilassung starb er an den Folgen von Folter und Haft und wird deshalb als Märtyrer verehrt.
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4. Der Hl. Gottfried von Cappenberg (1096/97-1127; Gedenktag: 13. Januar)
Stifter, Klostergründer, Ordensmann, Begleiter des Hl. Norbert
Die Grafen von Cappenberg gehörten zu den reichsten und mächtigsten Familien des Landes. Nach vielerlei kriegerischen Auseinandersetzungen gaben Gottfried von Cappenberg und sein Bruder Otto jedoch ihr weltliches Leben auf und wandelten ihre Burg in ein Kloster um.
Im Jahr 1121, also bereits im ersten Jahr nach der Gründung des Klosters in Prémontré, übertrugen sie ihren gesamten Besitz dem Hl. Norbert von Xanten, der ihn dazu verwendete, vier Prämonstratenser-Klöster aufzubauen. Drei Jahre später traten Gottfried und Otto selbst in den Orden der Prämonstratenser ein.
Die Legende sagt, dass Gottfried in der Nacht, als er starb, seiner Tante Gerberg, Äbtissin eines Marienklosters, erschien. In der Vita des Hl. Gottfried steht dazu: „… Als jene aber, die von seinem Hinscheiden nichts wusste, ihn fragte: ‚Wie kommt das, Geliebtester, dass Du gekrönt umhergehst?‘ antwortete jener: ‚Wisse, dass ich ohne irgendwelchen Verzug und ohne irgendeine Gefahr schweren Gerichts in die Wohnung des höchsten Königs aufgenommen und wie ein Königssohn mit seliger Unsterblichkeit gekrönt bin. …“. Auf diese Erscheinungslegende bezieht sich die Darstellung des Hl. Gottfried (mit der Krone in der Hand) auf dem Arkadenbild im Welfenmünster.
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5. Der Hl. Friedrich von Mariengaarde (+1175; Gedenktag: 4. Februar)
Lehrer, Priester, Klostergründer, Abt
Friedrich war der Sohn einer armen Witwe in Hallum in Friesland. Der Dorfpfarrer erkannte früh seine Berufung zum Priester und förderte ihn.
Im Jahr 1163/64 gründete Friedrich in Hallum das Kloster Mariengaarde, dessen Leitung er als Abt übernahm. Außerdem wirkte er als Pfarrer in Hallum.
Dort zelebrierte er auch seine letzte Messe, bevor er in seinem Kloster starb. Über seinem Grab ereigneten sich so viele Wunder, dass die Klosterkirche in Hallum bald zu einer Wallfahrtskirche wurde.
Das Arkadenbild im Welfenmünster zeigt den Hl. Friedrich, vermutlich mit einer Erscheinung der Hl. Cäcilia. Über die Legende, auf die sich diese Darstellung bezieht, ist in den verfügbaren Quellen nichts zu finden.
Hinweis: Einige der im Text als Heilige bezeichneten Prämonstratenser, werden in der Betitelung der Arkadenbildern nicht mit „Hl.“, sondern mit „Sel.“ apostrophiert. Das liegt vermutlich daran, dass einige der vor 1728 noch als „Selige“ bezeichneten Prämonstratenser, erst im Jahr 1728 vom Papst heiliggesprochen wurden. Das kam für die Maler der Arkadenbilder scheinbar zu spät, um die Betitelung der Bilder noch von „Sel.“ auf „Hl.“ anzupassen. Im Text ist die Betitelung so, wie sie heute in der offiziellen Liste der Heiligen und Seligen des Ordens angegeben ist.
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Text und Fotos: Bruno Wilhelm
Pfarreiengemeinschaft Steingaden
Fohlenhof 7
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E-Mail: sjb.steingaden@bistum-augsburg.de