Hl. Konrad von Konstanz "von Altdorf"

„Der Welfenheilige“

 Bischof von Konstanz (934 – 975)

* um 900 auf der Welfenburg in Altdorf (heute Weingarten in Baden-Württemberg)

+ 26. November 975 vermutlich auf der Welfenburg in Altdorf

Gedenktag: 26. November

Konrad (900-975) war einer, vermutlich der jüngere, der beiden Söhne des Welfen Heinrich (873-934), Graf von Altdorf und im Ammergau.  

In der Ahnentafel der Welfen steht Konrad, quasi als dessen „Ur-Ur-Ur-Groß-Onkel“, fünf Generationen vor Welf VI. (1115-1191), dem Stifter des Klosters Steingaden und des Welfenmünsters.

In dem Wandgemälde in der Vorhalle des Welfenmünsters, das den Stammbaum des Stifters in direkter Linie bis zu dessen einzigem Sohn Welf VII. zeigt, ist der Hl. Bischof Konrad in der Abbildung ganz links in der zweiten Bilderzeile von unten zu finden.

Links im Bild (mit dem Heiligenschein über der Mitra):
der Hl. Konrad von Konstanz

Konrad war von seiner Familie von Kind auf für eine geistliche Laufbahn bestimmt. Im Alter von acht Jahren kam er zur Erziehung an die Domschule in Konstanz, studierte dort auch Philosophie und wurde später zum Kanonikus und zum Propst des Domstifts von Konstanz ernannt. 

Im Jahr 934 wurde Konrad von Bischof Ulrich von Augsburg (unser heutiger Diözesanpatron) zum Bischof von Konstanz geweiht. Bischof Konrad unterhielt sehr gute Beziehungen zum Kaiserhaus. So nahm er, beispielsweise, an der Romfahrt und Kaiserkrönung Ottos I. „des Großen“ im Winter 961/962 teil. Kaiser Otto I. dankte Bischof Konrad dafür in einer Urkunde vom 21. Februar 962, wenige Tage nach seiner Krönung zum Kaiser, mit einer Stiftung an Bischof und Bischofskirche.

Bischof Konrad reiste später noch mehrfach nach Rom und dreimal unternahm er Wallfahrten nach Jerusalem, von wo er Reliquien des Kreuzes Christi mitbrachte.

Mildtätigkeit und tiefe Frömmigkeit zeichneten Bischof Konrad aus. Einen großen Teil seines Vermögens gab er für die Errichtung von Kirchen und eines Hospitals.

Eine Figur des Hl. Konrad von Konstanz befindet sich im Chor des Welfenmünsters. 

Vom Kirchenschiff aus gesehen, ist es die mittlere der drei Figuren an der linken Seitenwand des Chors.

 

Eine Legende berichtet, dass Konrad, als während des Pontifikalamtes an Ostern eine Spinne in den Kelch gefallen war, trotzdem ohne Scheu daraus getrunken hätte. Als er sich später zum Mittagessen setzte, sei die Spinne unversehrt aus seinem Mund gekrochen.

Aufgrund dieser Legende wird Konrad meistens mit einem Kelch dargestellt, auf dem eine Spinne sitzt. Dieses Attribut fehlt bei der Figur des Hl. Konrad im Chor des Welfenmünsters. In der weiter oben gezeigten Darstellung des Heiligen in der Welfengenealogie, ist davon nur noch der Kelch erkennbar.

Bald nach Konrads Tod setzte in Konstanz die Heiligenverehrung ein.

Im Jahr 1089 bettete der damalige Bischof von Konstanz Konrads Gebeine in die neu erbaute Domkirche um. Dreißig Jahre später, ließ sein Nachfolger die Lebensgeschichte des Heiligen, einschließlich aller  Wundertaten und Gebetserhörungen, die auf den Heiligen zurückzuführen waren, aufschreiben und dem Papst im Rom zur Heiligsprechung vorlegen.

Auf dem Laterankonzil im März 1123 wurde die Heiligsprechung Konrads von Papst Kalixt II. beurkundet. 

Die „eigentliche“ Kanonisation wurde noch im gleichen Jahr in Konstanz begangen, als unter Teilnahme von drei Herzögen und vielen Grafen, Äbten und Mönchen sowie von vielen Gläubigen am 26. November, dem Todestag des Heiligen, in einer aufwändigen liturgischen Feier die Gebeine des Heiligen in einen neuen Schrein umgebettet und der Verehrung ausgesetzt wurden. 

Im Zuge der Reformation wurden die Konstanzer Reliquien zerstört und die Gebeine des Hl. Konrad vermutlich in den Bodensee geworfen. Setidem sind sie verloren. Lediglich das Hochgrab mit einem lebensgroßen Ganzkörperrelief des Hl. Bischof Konrad findet sich noch in der Konradikapelle im Konstanzer Münster.