Gründer des Predigerordens (heute üblichere Bezeichnung: Dominikanerorden)
„Unser Orden ist von Anfang an und ausschließlich für die Predigt und das Heil der Seelen gegründet.“
* um 1170 in Caleruega bei Burgos, Spanien
+ 6. August 1221 in Bologna, Italien
Gedenktag: 8. August
Dominikus stammte aus einer wohlhabenden und gebildeten, der Kirche sehr nahestehenden Familie aus einer spanischen Kleinstadt auf dem Land. Einer seiner Brüder war Priester und engagierte sich in der Krankenpflege. Ein anderer Bruder, Manes, schloss sich später dem von Dominikus gegründeten Predigerorden an.
Er genoss von Kindesbeinen an eine umfangreiche Bildung und studierte im spanischen Palencia Theologie und Philosophie. Während einer Hungersnot verkaufte Dominikus, noch als Student, all seine Bücher, um mit dem Erlös Notleidenden zu helfen.
Nach einer Legende sah Dominikus´ Mutter vor seiner Geburt ein schwarz-weißes Hündchen, das mit einer brennenden Fackel im Maul die ganze Welt erleuchtete. Sie deutete diese Vision als Hinweis auf die göttliche Redekunst des Knaben, den sie gebären werde.
Eine andere Legende erzählt, Dominikus´ Amme hätte bei der Taufe in der Pfarrkirche in Caleruega einen goldenen Stern auf der Stirn des Kindes gesehen.
Mit ungefähr 26 Jahren wurde Dominikus als Kanoniker an der Kathedrale von El Burgo de Osma, einer kleinen Stadt im Südwesten Spaniens, die ca. 50 km von seinem Geburtsort entfernt liegt, zum Priester geweiht. 5 Jahre später wurde er dort Subprior und wirkte maßgeblich an innerkirchlichen Reformen vor Ort mit.
Auf Reisen, die er 1203 und 1205 zusammen mit seinem Bischof unternahm, wurde er in Frankreich mit der Bewegung der Katharer (s. auch das Kapitel zum Hl. Antonius) konfrontiert. Dabei kam er zu dem Schluss, dass das hohe Bildungsniveau und die straffe Organisation der Katharer wesentlich zu deren Verbreitung beitrugen. Also nahm er sich vor, die Arbeit der katholischen Priester mit den gleichen Methoden zu stärken.
Im Jahr 1206 sandte Papst Innozenz III. Dominikus als Wanderprediger nach Südfrankreich, wo die Albigenser der Kirche zu schaffen machten. Im Jahr 1207 nahm Dominikus dort, vor einem Schiedsgericht aus 4 Laien, an einem 15-tägigen (!) Streitgespräch mit Predigern der Albigenser teil. Es endete unentschieden. Aber Dominikus erlebte dort, dass seine Schriften nicht verbrannten, als dreimal ein Feuerball (Blitz?) vom Himmel fiel. Dadurch sah er sich in seiner Argumentation bestätigt und begann, die Schrift unter den Albigensern zu verbreiten, von denen sich viele daraufhin bekehrt haben sollen.
Unterhalb des Hügels, auf dem das Streitgespräch stattgefunden hatte, eröffnete Dominikus in dem Ort Prouille eine Missionsstation. Hier widmeten er und seine Begleiter sich der Buße, dem Fasten, dem Lernen und der Verkündigung. Ihr vorbildlicher Lebensstil und die ergreifenden Predigten des Dominikus waren eindrücklich und führten viele Menschen zur katholischen Kirche zurück.
Der Legende nach wurde der Erfolg der Predigten des Dominikus hie und da auch durch Wunder unterstützt. So sollen einmal, als Dominikus an einem Feiertag arbeitenden Bauern predigte und sie zur Heiligung des Feiertags und zur Rückkehr zum wahren katholischen Glauben aufforderte, die von den Bauern gerade geernteten Garben schneeweiß geworden und mit vom Himmel befallenen Blut bedeckt worden sein. Ein anderes Mal soll Dominikus mit einem Kreuzzeichen ein Gewitter beendet haben.
In der Kirche von Carcassonne hatte Dominikus (vielleicht im Jahr 2013) eine Vision, die ihm das Beten des Rosenkranzes und die Werbung hierfür in seinen Predigten empfahl, woraufhin der Rosenkranz ein tragendes Element seiner Spiritualität wurde.
Auf diese Rosenkranz-Vision nimmt auch die Darstellung des Hl. Dominikus im Welfenmünster Bezug.
Die Gottesmutter Maria reicht dem Hl. Dominikus und der Hl. Katharina den Rosenkranz und erklärt ihnen seine Gesätze.
In idealisierender Weise zeigt das Altarblatt des Marienaltars (links vorne im Hauptschiff des Welfenmünster) den Hl. Dominikus (1170-1221), zusammen mit der Hl. Katharina von Siena (1347-1380) in tiefer Anbetung vor der himmlischen Muttergottes mit dem Jesuskind, die den beiden den Rosenkranz übergibt (s. auch das Kapitel zur Hl.Katharina).
Maria reicht den beiden den Rosenkranz (s. auch die Erklärungen zum Rosenkranz im Kapitel zur Hl. Katharina).
Dominikus wird im Habit des Dominikanerordens gezeigt, den er einige Jahre nach seiner Rosenkranz-Vision gründen wird. Auch die Hl. Katharina wird im Habit der Dominikanerinnen gezeigt, denen sie, zweihundert Jahre später, von früher Jugend an angehörte.
Rechts neben dem Hl. Dominikus ist auf dem Boden sein bekanntestes Attribut, der schwarz-weiß gefleckte Hund mit der Fackel im Mund, zu sehen, der auf die Bekehrungskraft der Predigten des Hl. Dominikus verweist und der, nach der Legende, seiner Mutter vor Dominikus´ Geburt erschienen sein soll (s.o.).
Spätere Generationen von Ordensleuten anderer Orden machten sich, auf Kosten der Dominikaner, einen bösen Scherz daraus, zu behaupten, der Hund, mit dem der Hl. Dominikus dargestellt werde, spiele in Wirklichkeit auf die lateinische Bezeichnung „dominicanes“ für den Orden an. In zwei Worten, als „domini canes“ gelesen, würde sie nämlich – lateinisch korrekt – nichts anderes bedeuten als „Die Hunde des Herrn„.
Populär wurde dieser böse Scherz vor allem zu Zeiten, in denen einige Mitglieder des Dominikanerordens (z.B. Bernardo Gui, Vorbild und Namensgeber des Inquisitors im Roman „Der Name der Rose“ von Umberto Ecco) sich als besonders strenge und unerbittliche Vertreter der Inquisition hervortaten.
Im Jahr 1215 wurden Dominikus und seine Gefährten durch den Bischof von Toulouse zu Predigern der Diözese
ernannt. Aus dieser Gruppe entstand im Jahr darauf der „Predigerorden“, später nach seinem Gründer oft „Dominikanerorden“ genannt.
1216 legten die Mitglieder der Gemeinschaft ihre Gelübde ab und schufen so die Grundlage für den Dominikanerorden als Beicht-, Prediger- und Bettelorden, dessen besondere Methode neben dem persönlichen Glaubensgespräch vor allem die Predigttätigkeit ist; der Orden wurde im Dezember 1216 von Papst Honorius III. anerkannt.
Der neue Predigerorden eröffnete seine erste Niederlassung und bald danach ein Kloster an der damaligen Kirche St-Romain in Toulouse.
Bei seiner Gründung verstand sich der Dominikanerorden als ein nur aus Priestern bestehender Gelehrten-Orden zur Bekämpfung von Häresien. Das Leben in Armut war für die Dominikaner kein Ideal um seiner selbst willen, sondern sollte ihnen und ihren Predigten Glaubwürdigkeit verleihen.
Als Leitsätze formulierte Dominikus für sich und seine Brüder:
1. Überzeugend predigen
2. Arm wie Apostel leben
3. An keinen Ort gebunden sein.
Dominikus betonte auch stets die Bedeutung einer guten Ausbildung. Seine Mitbrüder studierten Theologie in Pairs und kanonisches Recht in Bologna. Einige schlugen danach eine akademische Laufbahn an einer der damals führenden Universitäten in Frankreich oder in Rom ein.
Die Missionsstation in Prouille (s.o.) wurde von Dominikus im Jahr 1217 in das erste Dominikanerinnenkloster umgewandelt. Gleichzeitig sandte er Brüder zur Gründung weiterer Klöster aus und er gründete selbst auch neue Klöster, vor allem in Frankreich und Italien.
„Wahre Worte“ des Hl. Dominikus
„Wahrheit ist die Grundlage aller Tugend.“
„Die Welt ist ein Buch und wer nicht reist, liest nur eine Seite.“
„Das größte Glück des Lebens ist die Überzeugung, geliebt zu werden.“
Dominikus starb 1221, im Alter von ungefähr 51 Jahren, während einer Missionsreise durch Norditalien in Bologna. Seine Brüder ermahnte er in seinen letzten Worten zu Liebe, Demut und freiwilliger Armut.
Bereits im Jahr 1234 wurde Dominikus von Papst Gregor IX. heiliggesprochen.
In der ihm geweihten Basilika San Domenico im Zentrum von Bologna ist das Grab des Hl. Dominikus.
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