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Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Steingaden - Welfenmünster

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Foto: Unbekannt

Ehemalige Klosterkirche und heutige Pfarrkirche der Pfarrei Steingaden

Patrozinium: St. Johannes Baptist am 24. Juni

Im Jahr 1147 stiftete Herzog Welf VI vor seinem Aufbruch zum zweiten Kreuzzug das Kloster Steingaden und ließ es von Prämonstratensern aus Rot an der Rot besiedeln. 

Die Säkularisation im Jahr 1803 hat die über 650-jährige Klosterzeit beendet. Die einstige Klosterkirche wurde zur heutigen Pfarrkirche St. Johannes Baptist. 

Vermutlich, weil der Stifter Welf VI. und sein Sohn Welf VII. hier bestattet sind, wird die im Jahr 1176 geweihte Kirche, seit jeher auch „Welfenmünster“ genannt.

Der Baustil der Romanik, in dem die Kirche im 12. Jahrhundert erbaut wurde, bestimmt bis heute die äußere Erscheinung der Kirche. Im Inneren vereint die Kirche heute Elemente aus Romanik, Spätgotik,  Renaissance, Barock und Rokoko, bis hin zu neuzeitlichen Elementen.

Wenn man die Kirche durch das Hauptportal betritt, durchschreitet man, auf dem Weg durch die Vorhalle der Kirche, mit wenigen Schritten fünf verschiedene Epochen:

Das Stufenportal, der Vorhalle in das Mittelschiff der Kirche führt, stammt aus dem 12. Jahrhundert, seine bronzene Türfüllung aus dem 20. Jahrhundert, ebenso wie das bronzene Hauptportal durch das man die Vorhalle  betreten. Die Vorhalle selbst, mit dem gotischen Kreuzgewölbe, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das Fresko mit der Welfengenealogie auf der Nordseite stammt aus dem Jahr 1600, das gegenüberliegende Treppenhaus zum Aufgang auf die Orgelempore wurde im 18. Jahrhundert in die Vorhalle hineingebaut. Wie die Vorhalle, so erzählt auch der Innenraum der Kirche Geschichten aus vielen verschiedenen Epochen.

Östliches Deckenfresko - Kreuzvision des Hl. Norbert in Prémontré

Im Inneren der Kirche, ist nicht nur die Größe des Kirchenraums überwältigend, sondern auch die Ausgestaltung des Mittelschiffs im verspielten Stil des Rokoko mit seinen Stuckgirlanden, Goldengeln und farbenfrohen Fresken. 

Man befindet sich nun gleichsam in der Blütezeit des ehemaligen Konvents, dessen Äbte zum 600-jährigen Jubiläum im Jahr 1747 die renommiertesten Künstler engagierten, um die Kirche dem Zeitgeschmack des späten Barock entsprechend umzugestalten. 

Die Deckenfresken sollten denn auch die Bedeutung des Klosters und des Ordens der Prämonstratenser widerspiegeln. 

Im östlichen Deckengemälde (Bild links) zeigt die Gründungsvision des Hl. Norberts in Prémontré, auf die hin er dort das erste Kloster der Prämonstratenser errichtete. 

 Das westliche Deckenfresko (Bild unten) schlägt die Brücke von Prémontré zum Bau des Klosters in Steingaden, unter anderem mit dem  darin integrierten Chronogramm „quod divinabat  norbertus, explebat gvelpho sextus„. (dt. wörtlich übersetzt: „Was Norbert [für Prémontré] vorausgeahnt hat , halt Welf VI. [in Steingaden] in die Tat umgesetzt.“ oder in Reimform „Was Norberg [für Prémontré] geschaut, hat Welf VI. [in Steingaden] gebaut“).

Das mittlere Deckenfresko zeigt in prachtvoller Überhöhung die Verherrlichung Norberts im Himmel.

Der Chorraum von 1663 ist im Stil des frühen Barock gestaltet. Der Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert symbolisiert die Verbindung von Erde und Himmel – auch durch die im Altarblatt dargestellte Übergabe des Ordensgewandes aus der Hand der Jungfrau Maria an den hl. Norbert. Von besonderer Bedeutung ist das Chorgestühl aus dem Jahr 1534. Mit edlen Hölzern wie Blumenesche, Pfauenaugenahorn, Wacholder u.a. setzt das Renaissance-Gestühl einen ganz besonderen Akzent. 

Westliches Deckenfresko - Bau des Klosters in Steingaden
Mittleres Deckenfresko - Verklärung des Hl. Norbert

In die Gegenwart hinein führen im Chorraum die Chororgel vom Premer Orgelbauer Edi Heißerer sowie Ambo und Altar vom Steingadener Steinbildhauer Johannes Klein. Sie hielten mit der jüngsten Kirchenrenovierung im Jahr 2019 Einzug in das Welfenmünster.

So gibt das Welfenmünster nicht nur Einblick in die Stilgeschichte der Kunst, sondern ist auch Zeugnis für Durchhaltekraft und Hoffnung nach vielen Zerstörungen (1402 Großbrand, 1525 Brandschatzung im Bauernkrieg, 1646 Zerstörung im 30-jährigen Krieg) und eine lebendige und jeweils zeitgemäße Glaubensverkündigung durch viele Jahrhunderte hindurch.

Verlässt man die Kirche auf der Südseite, gelangt man in den romanischen, aber gotisch überwölbten Überrest des alten Kreuzgangs mit einzigartiger Brunnenkapelle.

Pfarrkirche St. Michael in Prem

Pfarrkirche der Pfarrei Prem

Patrozinium: St. Michael  am 29. September

Ursprünglich stand in Prem eine romanische Kirche zu „Unserer lieben Frau“, die zur Pfarrei Waltenhofen gehörte. Nach der Gründung des Prämonstratenser-Klosters Steingaden (1147) gingen Dorf und Kirche von Prem im Jahr 1197 an den dortigen Konvent über und blieben bis zur Säkularisation im Jahr 1803 im Besitz des Klosters.

Beim heutigen Gebäude stammt der Turm noch aus der romanischen Zeit, der zweijochige Chor und das dreijochige Langhaus wurden wohl im 14. Jhdt. umgebaut und tragen gotische Züge. Auf der Südseite befinden sich zwei Anbauten für die kleine Vorhalle und die Sakristei. 

In den Jahren 1754 – 1757 erlebte die Kirche eine große Restaurierung. Vermutlich fällt in diese Zeit auch der Wechsel des Patroziniums. Im Jahr 1774 sprechen die Klosterakten vom „St. Michaels Pfarrhaus“ in Prem. 

Weitere Renovierungen mit Neufassungen der Deckenfresken fanden 1819 und 1898 statt; 1973 wurde das Langhaus erweitert und die Westwand begradigt.

Dieser reichverzierte Hochaltar aus der Zeit um 1755 wurde möglicherweise nach Plänen von Dominikus Zimmermann, dem Erbauer der Wieskirche, gestaltet. Im Mittelpunkt des Altares steht eine Holzplastik des Kirchenpatrons St. Michael, die wie die Figuren der Apostel Petrus und Paulus neben dem Tabernakel von dem aus Prem stammenden Holzschnitzer Thomas Seitz gefertigt wurden. 

Über den Durchgängen stehen Figuren des Hl. Bischof Wolfgang (links) und des Hl. Norbert von Xanten (Ordensgründers der Prämonstratenser Chorherren – rechts).

Die beiden Seitenaltäre sind zeitgleich zum Hochaltar entstanden und tragen links ein Gemälde „Maria Magdalena als sündige Beterin“  (1852 von J. Schmalz)  und rechts eine Darstellung „Tod des hl. Joseph“ (1739 von Johann Bernhard Ramis). 

An Figuren trägt der nördliche Seitenaltar links den Hl. Leonhard, rechts den Hl. Joachim mit  Maria als Mädchen auf dem Arm.  Am südlichen Seitenaltar sind rechts der Hl.  Johannes Baptist und links der Hl. Magnus, Patron des Allgäus dargestellt. An der Südwand befinden sich ein Geißelheiland und eine Sebastiansfigur. An der nördlichen Wand hängen unter der Empore Kreuzwegbilder sowie ein Hl. Johann Nepomuk. Die an der Nordwand befindliche barocke Kanzel wurde in den Jahren 1755-56 im Rokokostil überarbeitet.

An der Südwand befinden sich ein Geißelheiland und eine Sebastiansfigur. An der nördlichen Wand hängen unter der Empore Kreuzwegbilder sowie ein Hl. Johann Nepomuk. Die an der Nordwand befindliche barocke Kanzel wurde in den Jahren 1755-56 im Rokokostil überarbeitet.

Die Deckenfresken „Krönung Mariens im Himmel“ (Bild rechts) und „Erzengel Michael“ stammen von Johann B. Ramis und wurden 1756 angefertigt; in der Mitte des Chorbogens sind die Wappen des Klosters Steingaden und des Abtes Marianus Mayer zu sehen.

Wenn man die Kirche durch den Haupteingang betritt, gelangt man in die kleine Vorhalle. In der Kapelle rechts neben der Eingangstür stehen zwei außegewöhnlich ausdrucksstarke Figuren, eine „Piet“ und „Christus in der Rast“, beide aus der Zeit um 1700.

besonders Auf der rechts Seite ist eine, die rechts eine kleine Kappel birgt

stehen in zwei Nischen  ausdrucksstarke Darstellungen aus dem 17. Jahrhundert „Jesus in der Rast“ und eine „Pieta“.

   

St. Ulrich auf dem Kreuzberg bei Fronreiten

Patrozinium: St. Ulrich  am 4. Juli

1564 wurde die Kreuzbergkirche als Pestkapelle mit Pestfriedhof durch den Steingadener Prämonstratenser-Abt Joachim Wiedemann (reg. 1553 bis 1580) gestiftet und „auf des Heiligen Creuz Perg zu Ehren des Heiligen Kreuz erfindung “ (= Kreuz- Auffindung) errichtet. Heute befindet sie sich im Eigentum der Gemeinde Steingaden, die auch die Baulast trägt.

Alljährlich findet am 4. Juli oder am darauf folgenden Sonntag der sog. St Ulrichsritt von Steingaden zur Kreuzbergkirche statt.

Der quaderförmige Hallenbau wird durch vier hohe Rundbogenfenster hell belichtet und nach Osten hin links und rechts durch die beiden schräg gestellten Seitenaltäre begrenzt. Sie sind beide viel weniger auf­wendig gestaltet als der großartige Hochaltar und tragen links Skulpturen des  Hl. Coloman (+1012), Patron der Pilger, Pferde und Rinder, und rechts des Hl. Wendelin (+ 6. Jhdt.), Patron der Bauern und Hirten. Die Flachdecke ziert ein 9m x 6m großes Deckenfresko das Bischof Ulrich bei der Ungarnschlacht auf dem Lechfeld im Jahre 955 zeigt; in den Hohlkehlen zwischen Decke und Wänden finden sich 15 kleinere Fresken (12 Apostel, Christus als Welterlöser und Maria mit Sternenkranz, dazu die Wappen der Steingadener Prämonstratenser-Äbte Mag­nus Pracht und Hyacinth Gaßner). Alle Fresken, auch die im Chorraum, malte Johann Heel (1685- -1749)

Charakteristisch für den Baumeister Johann Georg Fischer, ist die architektonisch sehr anspruchsvolle Gestaltung des Chorraumes mit Flachkuppel und zwei Galerien mit Säulengeländern, die mit Quertonnen überwölbt sind. In das rechte Geländer ist eine heraus schwenkbare Kanzel eingebaut. Der stattliche Hochaltar im klassischen Schema eines Barockaltars mit schwerer Sandsteinplatte beherbergt links und rechts des Tabemakeltürchens Leuchterengel und zwei christliche Symbole: Drache (Verkörperung der Sünde und des Bösen) und Krebs (Symbol für Christus und die Auferstehung). Das Hochaltargemälde von Johann Zick (1702-1762) im Mittelteil zeigt die Verehrung des Kreuzes durch vier Frauen, die durch ihre Gestik und Kleidung die Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika verkörpern. Zwischen den Säulen stehen fast lebensgroße Schnitzfiguren der Bistumspatrone Ulrich und Afra sowie der Kirchenpatrone Georg und Adrian von Thomas Seitz. Das Kuppelfresko zeigt die Kreuzauffindung durch die römische Kaiserin Helena in Jerusalem mit der von Bischof Makarios erdachten „Kreuzesprobe“. Demnach sollte man einen Toten nacheinander auf gefundene Kreuze legen. Wenn bei einem der Kreuze der Tote zum Leben erweckt würde, sollte dieses als das wahre Kreuz Christi anerkannt werden.

Im Jahr 2016 wurde ein Vorzeichen (= Vorhalle) nach dem Vorbild der St.- Rochuskapelle in Bertholdshofen neu erbaut, weil die dortige Planung von Johann Georg Fischer (1673-1744) stammt, der auch der Baumeister der Kreuzbergkirche ist. im Rahmen einer aufwendigen Renovierung wurde auch die Orgel des Schongauer Meisters Andreas Handmann restauriert, die 1880 von der Gemeinde Fron­reiten gebraucht von der Gemein­de Trauchgau gekauft worden war, aber seit 1960 nicht mehr spielbar war.

Adresse: Kreuzberg 3, 86989 Steingaden

St. Maria Magdalena in Urspring

Patrozinium: St. Maria Magdalena  am 22. Juli

 

Die Kirche St. Maria Magdalena in Urspring gehört zur Pfarrei Steingaden. Regelmäßig werden Gottesdienste hier gefeiert. 

Eigentümerin des Kirchengebäudes ist allerdings die politische Gemeinde Steingaden.
Sie kümmert sich vorbildlich um die bauliche Instandhaltung der Kirche kümmert.

Das Dorf Urspring liegt ca. 3 km westlich von Steingaden; seine Ge­schichte dürfte weit bis vor das Jahr 1000 zurück reichen. Möglicherweise bestand bereits zur Zeit des HI. Magnus (+772), dem „Apostel des Allgäus“, hier eine christliche Zelle. Die Kirche unter­stand der nahe gelegenen Pfarrei Prem. Unter dem Gründungs­propst des Prämonstratenser-Klosters Steingaden, Anselm (reg. 1147 bis 1162), wurde sie 1154 (erste urkundliche Erwähnung von Urspring) aus der Pfarrei Prem herausgenommen und der neu errichteten Pfarrei Steingaden eingegliedert. Für das heutige äußere Erscheinungsbild der weithin sichtbaren Dorfkirche sind romanische (10. bis 13. Jahrhundert) und spät­gotische (15./16. Jahrhundert) Elemente charakteristisch. Die Romanik zeigt sich an den Rundbogen der Turmfenster und an den rätselhaften Skulpturen am Eingangsportal, die Gotik spricht aus den Spitzbogenfenstem des Langhauses und des Chorraums, dessen Grundriss ebenfalls auf die Zeit der Gotik hinweist.

Die Kirche ist bestimmt durch ein rechteckiges Langhaus mit vier gotischen Spitz­bogen- und einem querovalen Fenster, sowie einem um zwei Stufen höher gelegenen Chorraum mit einem Dreiachtel-Abschluss nach Osten und fünf gotischen Spitzbogenfenstern mit Stichkappen im Tonnengewölbe. Auf der Westseite findet sich eine hölzerne Empore mit acht monochrom auf die Brüstung gemalten Szenen aus der Leidensge­schichte Christi  Aus derselben Zeit dürfte auch die schön gearbeitete kassettierte Holzdecke stammen.

Beim Hochaltar handelt es sich um einen spätbarocken Altaraufbau von 1728 mit vier marmo­rierten Säulen und meisterhafter, vergoldeter Schnitzarbeit des einheimischen Klosterkistlers Ferdinand Amtmann, gefässt von dem Füssener Maler Joseph Obermiller. Das vom Steingadener Laienbruder Lucas Schwaiger gemalte Altarblatt zeigt die Kirchenpatronin Maria Magdalena  (Fest 22. Juli; Attribute: Salbgefäss, Geißel, Totenkopf u. a.) Seitlich der gewundenen Säulen finden sich Skulpturen des Hl. Ni­kolaus und des Hl Martin.

Der linke Seitenaltar von 1663 ist dem Bernbeurener Altarbauer Jörg Pfeiffer zuzuschreiben und trägt links eine Skulptur des Johannes Baptist und rechts des Hl. Wolfgang. Der rechte Seitenaltar wurde um 1770 als vereinfachte Kopie des linken Altares gefertigt und ist links mit einer Skulptur des Hl. Ulrich und rechts des Hl. Konrad ausgestattet.

Weitere Ausstattungsmerkmale sind die wohl um 1770 geschaffene Kanzel, der von Bernhard Ramis geschaffene 14-teilige Kreuzweg, sowie Schnitzfiguren des Hl. Magnus, des Hl. Josef mit Jesuskind, sowie eines Kruzifixus mit Schmerzhafter Muttergottes und vier Putten, die Christi Blut in Kelchen auffangen. An der Nordwand fällt ein Ölgemälde der sel. Prämonstratenser-Äbtissin Gertrud von Altenberg ins Auge.

Die Kirche "Mariä Heimsuchung" in Ilgen

Patrozinium: Peter und Paul  am 29. Juni und Maria Heimsuchung am 2. Juli

im Stiftebrief vom 1564 auch die 14 Nothelffer am 14. Mai

Die heute nordöstlich von Steingaden an der B17 gelegene Kirche wurde von Abt Joachim Widemann im Jahr 1564 auf freiem Feld zeitgleich mit der südlich von Steingaden gelegenen Kirche in Kreuzberg als Pestkapelle errichtet. Sein heutiges Erscheinungsbild verdankt der Bau allerdings wesentlich Abt Augustin I Bonenmayr (1645-1674), der 1670 Johann Schmuzer mit einem Neubau beauftragte, der aber erst 1676 unter Abt Gilbert I Schmid von Wellenstein (1674-1684) vollendet wurde. In ihrem Erscheinungsbild ähnelt Ilgen der 1673 begonnenen Wallfahrtskirche St. Coloman bei Schwangau, ebenfalls ein Werk des Wessobrunner Baumeisters Schmuzer. 1735 ließ Abt Hyazinth Gaßner (1729-1745) – der um 1740 Dominikus Zimmermann mit dem Bau der Wieskirche beauftragte – zwei Seitenkapellen anfügen. Im Westen ruht auf einem quadratischen Unterbau und darüberliegendem Oktogon ein Zwiebeltürmchen.

Im Inneren fällt dem Betrachter die durch die Seitenkapellen betonte Breite des Baukörpers im Verhältnis zum Langhaus ins Auge, der nach Osten durch einen dreiseitig geschlossenen eingezogenen Chor abgeschlossen wird. Auch wenn Teile des wohl Franz Schmuzer zuzuschreibenden Stucks bereits den Beginn des Rokoko ankündigen, so dominiert sowohl im Chor als auch in der Flachtonne des Langhauses doch der regelmäßige, geometrische Stuck der Spätrenaissance. Der Barock hielt in Bayern schließlich erst mit dem Bau der Münchner Theatinerkirche 1663 Einzug.

Neben dem 1735 vom Steingadener Frater Lukas Schwaiger in Anlehnung an Peter Paul Rubens geschaffenen Gemälde des Hochaltars, das die Heimsuchung Mariens zeigt (im Auszug Gottvater), dominieren die beiden Figuren des hl. Petrus und Paulus die Ostseite des Chores. Auf der Mensa des Hochaltars das Gnadenbild, eine Figur der thronenden Muttergottes, das wohl der Zeit um 1430 entstammt. Im nördlichen Seitenaltar stellte Judas Thaddäus Ramis um 1750 dar, wie Anna Maria das Lesen lehrt (im Auszug Hl.-Geist-Taube). Das südliche Seitenaltarblatt zeigt den hl. Joseph mit dem Jesusknaben, im Auszug der Auferstehungschristus. Geschaffen wurde dieses Gemälde vermutlich 1735 durch den Augsburger Akademiedirektor Johann Georg Bergmüller, der einige Jahre später für das Welfenmünster die prächtige Freskierung übernehmen sollte. Auf den Mensen finden sich Figuren des hl. Antonius von Padua und des heiligen Leonhard. Die Gemälde der Seitenkapellenaltäre wurden wieder von Frater Lukas Schwaiger übernommen und bilden die Heiligen Jakobus den Jüngeren und Philippus (Norden) und die Heiligen Simon Zelotes und Judas Thaddäus im Süden ab. In den Auszügen lassen sich jeweils Engel erkennen. Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1675 und zeigt am Korb die Evangelisten und auf dem Schalldeckel St. Michael als Seelenwäger. Das Orgelprospekt (1823) zeigt König David zwischen zwei Musikengeln.

Die Kirche wurde zwischen 1939 und 1949 und 2008/2009 im Inneren restauriert. 1981 bis 1982 und dann wieder 2008/2009 wurde auch die Fassade einer Renovierung unterzogen.       

 Text zur Ilgenkirche und Foto:  Alexander Mikutta

Zum Nachlesen über St. Michael in Prem

Für die Kirche St. Michael in Prem …

… findet sich vieles Wissenswerte und Interessante zur Geschichte und zur kunstgeschichtlichen Bedeutung der Kirche, zusammengefasst in einem Aushang im Vorraum der Kirche, rechts an der Tür zum Innenraum der Kirche (s.u.). Die beiden Informationsblätter wollen dazu dienen, die Kirche St. Michael allen geschichts- und kunstinteressierten Besuchern, Informationen über die Kirche, kompetent und in übersichtlicher Form, nahezubringen. 

Bitte lassen Sie den Aushang für die nächsten Besucher hängen!

Der nachfolgende Absatz über die über die Kirche St. Michael im Prem beruht auf den in den Aushang gegebenen Informationen

Zum Nachlesen über den Barock im Welfenmünster

Im Internet findet sich auf der Website www.sueddeutscher-barock.ch eine ausführliche und hoch kompetente kunstgeschichtliche Darstellung des Barock im Welfenmünster, die ein Schweizer Architekt zusammengetragen hat. Für alle Kenner des Welfenmünsters und alle die es werden wollen, sicher eine nützliche Lektüre. Sehr zu empfehlen!

Wenn Sie sich einen ersten Eindruck von dieser Website machen, oder etwas zu deren Autor erfahren wollen, klicken sie bitte eine der beiden Bildschirmaufnahmen von der Website an.

Zum Nachlesen über die vier Kirchen der Pfarrei Steingaden

Für das Welfenmünster in Steingaden …

… war das Büchlein mit dem Kirchenführer, den Prof. Dr. Hans Pörnbacher seinerzeit erstellte, zuletzt vergriffen. Derzeit ist eine neue, überarbeitete Auflage in Vorbereitung. Die Drucklegung wird noch in diesem Jahr erwartet. 

Der überarbeitete Kirchenführer wird neben dem Welfenmünster in Steingaden auch die drei weiteren Kirchen der Pfarrei Steingaden (Ilgen, Urspring und Kreuzberg) umfassen.

Wir freuen uns auf den neuen Kirchenführer. 

Sie hoffentlich auch!