Hl. Beninus und Hl. Hyacinthus - Katakombenheilige im Welfenmünster

Der Hl. Beninus, dessen Reliquien im Josephsaltar im linken Seitenschiff des Welfenmünsters ausgestellt sind und der Hl. Hyacinthus im Antoniusaltar im rechten Seitenschiff sind zu den sogenannten Katakombenheiligen zu zählen (s. unten die Erläuterung des Begriffes, zitiert nach Paul Koudonaris.

Als man in jüngerer Zeit begann, die Authentizität der Katakombenheiligen anzuzweifeln, hat man vielerorts ihre Reliquien aus den Kirchen verbannt oder sie hinter irgendwelchen Verkleidungen verborgen.

Nicht so in Steingaden. Hier sind die Reliquien der beiden Heiligen nach wie vor in ihren Schreinen zur Verehrung ausgestellt.

In seinem Buch mit dem Titel „Katakombenheilige – Verehrt – Verleugnet – Vergessen“ schreibt Paul Koudounaris:

„1578 entdeckte man in Rom ein Labyrinth unterirdischer Begräbnisgänge, in denen sich die sterblichen Überreste Tausender Menschen, mutmaßlich frühchristliche Märtyrer fanden. In der Folge barg man die Überreste dieser sogenannten Katakombenheiligen und brachte sie in katholische Kirchen und Klöster überwiegend in Süddeutschland, in der Schweiz und in Österreich, wo nach den Zerstörungen des 30-jährigen Krieges und im Zuge der Reformation dringender Bedarf an »neuen« Reliquien bestand. Dort wurden sie von geschickten Kunsthandwerkern und Künstlern wieder zusammengesetzt, mit Gold und Edelsteinen verziert und in prächtige Gewänder gekleidet. Anschließend stellte man sie in kunstvollen Schreinen aus, um der Gemeinde die spirituellen Schätze, die die Gläubigen im Jenseits erwarteten, stets vor Augen zu halten. Annähernd drei Jahrhunderte lang verehrte man die reich geschmückten »Heiligen Leiber« als Wundertäter und Beschützer der Gemeinde, bis die Zweifel hinsichtlich ihrer Authentizität schließlich die Oberhand gewannen.„

Das Buch von Paul Koudounaris kann bei Interesse beim Autor dieses Beitrags ausgeliehen werden.

Die Gebeine des Hl. Beninus wurden im Jahr 1664 von Rom über Augsburg und die Ilgenkirche in einem großen Festakt in das Welfenmünster eingebracht. Ausführliche Berichte darüber und selbst der Text der Festpredigt zur Feier der Übertragung der Gebeine des Hl. Beninus sind noch im Staatsarchiv in München erhalten.

Darüber, wann und woher die Gebeine des Hl. Hyacinthus in das Welfenmünster gelangt sind, ist heute nichts mehr zu finden. Die entsprechenden Informationen sind möglicherweise im Zuge der Säkularisation verloren gegangen. 

Es ist lediglich bekannt, dass die beiden Heiligen in Steingaden lange Zeit als Schutzpatron gegen zu viel Regen, der Eine, und als Schutzpatron gegen zu wenig Regen, der Andere, verehrt wurden.