Die beiden Figuren im Welfenmünster, die den Hl. Leonhard und den Hl. Magnus repräsentieren, stehen sich auf den Gesimsen über dem linken und rechten Chorgestühl gegenüber.
Sie sind sich so ähnlich, dass von unten kaum zu unterscheiden ist, welche der beiden Figuren für welchen der beiden Heiligen steht.
Bei genauerer Betrachtung, deutet der Drache als Attribut des Heiligen über dem linksseitigen Chorgestühl auf den Hl. Magnus hin.
Die rechtsseitig gegenüberstehende Figur stellt demnach den Hl. Leonhard dar. Leider weist sie keines der Attribute (Kette, Pferd, Ochse …) auf, an denen Darstellungen des Hl. Leonhard sonst meist leicht zu erkennen sind.
Hl. Magnus „von Füssen“ – „St. Mang“
Glaubensbote – „Apostel“ des Allgäus
* um 699 bei St. Gallen in der heutigen Schweiz
+ 6. September 772 in Füssen
Gedenktag: 6. September
Magnus wirkte ab 746 zunächst in Kempten, von wo aus er noch im gleichen Jahr weiterzog und ein Bethaus an der Stelle der heutigen Kirche von Waltenhofen baute.
Danach hat er in Füssen eine Klosterzelle gegründet, aus der eine kleine klösterliche Gemeinschaft erwuchs.
Als das Kloster um 850 vom Augsburger Bischof wiedergegründet wurde, sollen der Überlieferung zufolge Magnus unversehrte Gebeine erhoben und zusammen mit Teilen seines Gewandes und des dem Hl. Kolumban zugeschriebenen Wanderstabes in der Krypta des heutigen Klosters St.Mang in Füssen beigesetzt worden sein.
Wundererzählungen zufolge überwältigte Magnus einen Drachen, der ihm den Weg versperren wollte.
Hl. Leonhard „von Limoges“
Diakon, Einsiedler, Klostergründer und Abt
* um 500 vermutlich in Orléans (Frankreich)
+ ca. 559 in Saint-Léonard-de-Noblat bei Limoges (Frankreich)
Gedenktag: 6. November
Der Hl. Leonhard wird seit dem 11. Jahrhundert besonders auch in Bayern verehrt, über 150 Wallfahrten fanden zeitweise unter seinem Namen statt.
Auch heute gibt es noch über 50 Leonhardi-Wallfahrten, meist mit Pferde-Ritten, die größte davon in Bad Tölz.
Der Hl. Leonhard galt ursprünglich als Schutzpatron derer, die in Ketten liegen
, also der Gefangenen – aber auch der Geisteskranken
, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete.
Später wurde er zum Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete.
Viele der dem Hl. Leonhard geweihten Kirchen sind bis heute mit Ketten umspannt.
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