Hl. Evangelist Matthäus – Gedenktag: 21. September
Hl. Evangelist Markus – Gedenktag: 25. April
Hl. Evangelist Lukas – Gedenktag: 18. Oktober
Hl. Evangelist Johannes – Gedenktag: 27. Dezember
Eine sehr umfangreiche Literatur zu gläubiger Überlieferung, wissenschaftlicher Forschung und theologischer Auslegung der vier Evangelien, ebenso wie zu den vier Evangelisten, lädt zu intensivem Studium ein. Im Rahmen unserer Reihe „Heilige im Welfenmünster“ wollen wir uns allerdings darauf beschränken aufzuzeigen, an welchen Stellen das Welfenmünster in Bildern und Symbolik auf die vier Evangelisten verweist.
Naturalistisch, als Person dargestellt, findet sich im Welfenmünster nur einer der vier Evangelisten:
der Hl. Johannes Evangelist
Im westlichen Deckenfresko über der Orgelempore thront der Hl. Johannes Evangelist rechts neben dem Hl. Johannes Baptist auf der Wolke, von der herab er offensichtlich wohlwollend auf den Klosterbau zu Steingaden hinabschaut.
Diesem Nebeneinander der beiden Johannes entspricht, dass in manchen älteren Quellen dem Welfenmünster das Patrozinium
„Hl. Johannes Baptist und Hl. Johannes Evangelist“ zugeschrieben wurde.
Bezog sich diese Angabe zu einem Doppelpatrozinium des Welfenmünsters auf die bildliche Darstellung im Deckenfresko des 18. Jahrhunderts, oder war es umgekehrt? Wer weiß?
Die Darstellung zeigt den Hl. Johannes Evangelist mit Schreibbrett und Stift, neben sich den Adler, der seit dem 4. Jahrhundert symbolisch für ihn steht.
Das Nebeneinander des Hl. Johannes Baptist und des Hl. Johannes Evangelist im Deckenfresko des 18. Jahrhunderts greift auch die Gestaltung von Altar und Ambo auf, die im Jahr 2019, fast dreihundert Jahre später, in das Welfenmünster eingebracht wurde.
Während die gravierte Oberfläche des aus Stein gehauenen Altars den Hl. Johannes Baptist in zahllosen Wiederholungen meditierend zitiert: „ECCE AGNUS DEI, ECCE QUI TOLLIT PECATA MUNDI“, zitiert der steinerne Ambo (s. Abb.) auf seiner Oberfläche in gleicher Weise in zahllosen Wiederholungen den ersten Vers des Johannesevangeliums:
„IN PRINCIPIO ERAT VERBUM ET VERBUM ERAT APUD DEUM ET DEUS ERAT VERBUM.“
auf deutsch:
„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“
In der Symbolik der barocken Kanzel im Hauptschiff des Welfenmünsters taucht der Adler des Hl. Johannes Evangelist noch einmal auf, dieses Mal neben den Symbolen auch der anderen drei Evangelisten. Schauen Sie doch bei Ihrem nächsten Besuch im Welfenmünster gerne auch einmal selbst, ob Sie sie dort finden.
Die gleiche Symbolik für die vier Evangelisten greift der Weilheimer Bildhauer Ernst Wirtl in den 1960er Jahren in dem von ihm gestalteten neuen, bronzenen Hauptportal des Welfenmünsters auf, wo er sie mit abstrahierenden Reliefs verbindet. Damit schlägt er Brücken zwischen traditionell-symbolischer und modernistisch-figürlicher Repräsentation der vier Evangelisten und der vier Evangelien, für die diese stehen.
Die Abbildungen der vier Reliefs sind im Folgenden so angeordnet, wie auch die Reliefs auf dem Portal zueinander angeordnet sind.
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