Im Jahr 1176 wurde das Steingadener Welfenmünster geweiht. Damit jährt sich die Kirchweih unserer heutigen Pfarrkirche im Jahr 2026 zum 850. Mal.
Den Auftakt der Feiern zum Jubiläumsjahr bildete der Festgottesdienst zum Norbertfest am 7. Juni 2026. Der Windberger Prämonstratenser-Abt Petrus-Adrian Lerchenmüller, selbst bis vor kurzem Pfarrer von Steingaden und Prem, zelebrierte aus diesem Anlass das feierliche Pontifikalamt im Welfenmünster.
In seiner Begrüßung gab der jetzige Steingadener Pfarrer, Pater Joyice, einen Ausblick auf den weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres. Im Mittelpunkt steht das große Welfenspiel im Sommer. Unter Mitwirkung hunderter engagierter Steingadener wird es einen großartigen szenischen Bogen über die Geschichte des Prämonstratenserklosters Steingaden spannen, die im Jahr 1147 mit der Stiftung durch Herzog Welf VI. begann und im Jahr 1803 mit der Säkularisation aller Klöster in Bayern endete.
Höhepunkt und Abschluss des Jubiläumsjahres ist das Kirchweihfest am Samstag 24. Oktober 2026. Diözesanbischof Dr. Bertram Meier wird an dem Tag das Jubiläum des Welfenmünsters, zusammen mit allen Steingadenern, mit einem feierlichen Pontifikalamt zelebrieren.*)
Übrigens: Die barocke Ausgestaltung des Mittelschiffs, die einem heute sofort ins Auge fällt, wenn man das Welfenmünster betritt (s. Foto), erfolgte anlässlich des 600. Jahrestages der Klostergründung im Jahr 1747. 250 Jahre danach, anlässlich des 850. Jahrestages der Klostergründung, führten die Steingadener 1997 erstmals das Freilichtspiel „Welfs Erbe“ auf. Ein zweites Mal führten sie es im Jahr 2003 auf, zur Erinnerung an den 200. Jahrestag der Auflösung des Klosters im Jahr 1803. Es fügt sich gut, dass das Welfenspiel im Jubiläumsjahr zum 850. Jahrestag der Kirchweih des Welfenmünsters heuer noch einmal aufgeführt wird.
*) Um dem Bischof die Teilnahme zu ermöglichen feiert die Pfarrei Steingaden ihr Kirchweihfest heuer ausnahmsweise am Samstag nach dem Kirchweihsonntag.
Allen Autoren, Verantwortlichen und Mitwirkenden am Freilichtspiel „Welfs Erbe“ im Festjahr zum 850. Weihejubiläum des Welfenmünsters danken wir für ihr großartiges Engagement. Wir wünschen Ihnen dazu Gottes Segen, viel Freude am gemeinsamen Tun, gutes Gelingen des großen Werkes, schönes Wetter zu allen Proben und Aufführungen und viele tausend begeisterte Zuschauer, die die Tribünen zu jeder Aufführung bis auf den letzten Platz füllen mögen.
„Ad omne opus bonum preparatus“
In seiner Festpredigt spannte Abt Petrus-Adrian denBogen vom Titel des Freilichtspiels „Welfs Erbe“ zum Leitspruch des Hl. Norbert „Ad omne opus bonum preparatus – Zu jedem guten Werk bereit“.
Es sei wichtig, dass wir nicht nur an die reichen Klostergüter denken, die er gestiftet hat, wenn wir von Welfs Erbe sprechen: „Hätte Welf VI. uns nichts anderes hinterlassen, als die Steine, aus denen das Welfenmünster gebaut ist, dann wäre sein Erbe heue völlig bedeutungslos.“
Erst durch den Geist der Geschwisterlichkeit unter den Menschen, die hierherkommen um Gott nahe zu sein, würde das alles einen Wert und eine Bedeutung erhalten, die jetzt, viele Jahrhunderte nach der Zeit von Welf VI., immer noch Bestand haben.
Deshalb sollten auch wir alle genau überlegen, was wir mit unserem Leben anfangen, welches Vermächtnis wir der Welt einst hinterlassen wollen: „Ein gut gefülltes Bankkonto allein ist es sicher nicht. Dafür interessiert sich später niemand mehr.“
Der Leitspruch des Hl. Norbert „zu jedem guten Werk bereit“ würde darauf hinweisen, worauf es wirklich ankommt: „Gute Werke wirken, auch über den Tag hinaus. Sie sind das Einzige was wirklich Bestand hat.“
Der Leitspruch des Hl. Norbert sei deshalb von ganz zentraler Bedeutung für alle Prämonstratenser. Der Abt verriet dazu, dass der Spruch „ad omne opus bonum preparatus“ sogar in den Knauf seines Hirtenstabes eingeprägt sei, den der Steingadener Bildhauer Johannes Klein seinerzeit für ihn anfertigte, und den ihm der Regensburger Bischof anlässlich der Abtweihe im Januar 2024 übergab.
Abt Petrus-Adrian mahnte alle Gläubigen eindringlich, sich das Motto des Hl. Norbert auch selbst zu eigen zu machen und allzeit zu jedem guten Werk bereit zu sein. Wenn wir Christen nicht nur an uns selbst denken, sondern immer alle Menschen um uns herum im Blick haben würden, könnten wir ein wirksames Zeichen setzen gegen die zunehmenden Ichbezogenheit unserer Zeit entgegen: „Egoismus macht am Ende alle arm. Gute Werke machen uns für immer reich.“
Zum Schluss seiner Predigt betete Abt Petrus-Adrian noch um den Beistand des Hl. Norbert für seinen Orden und die Pfarrei Steingaden, die er der besonderen Fürbitte des Hl. Nobert anvertraute.
„Schön, dass du da bist.“
Im Anschluss an den Festgottesdienst luden Pater Joyice und der Pfarrgemeinderat Abt Petrus-Adrian, alle Mitwirkenden und alle Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes zur persönlichen Begegnung bei einem Stehempfang im Kreuzgang des Welfenmünsters ein.
Viele Steingadener nutzten diese Gelegenheit, um ihrem ehemaligen Pfarrer, mit dem die meisten von ihnen noch immer gut bekannt, vielfach auch persönlich befreundet sind, für den Besuch zu danken, sich nach seinem Befinden zu erkundigen, sich über vieles mit ihm auszutauschen und ihm ihre guten Wünsche mitzugeben.
Schnappschüsse von dem Stehempfang finden Sie in der folgenden Galerie. Zur vergrößerten Ansicht klicken sie bitte das gewünschte Foto an.
Autor: Bruno Wilhelm
Pfarreiengemeinschaft Steingaden
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